Franchise-Partner werden: Ablauf bei Döner-Systemen allgemein

Du überlegst, Franchise-Partner zu werden, und ein Döner-Konzept steht auf deiner Liste? Bevor du dich für ein konkretes System entscheidest, lohnt sich ein Blick auf den grundsätzlichen Ablauf: Welche Schritte durchläufst du von der ersten Anfrage bis zur Eröffnung, was regelt der Vertrag, und woran erkennst du ein seriöses System? Dieser Ratgeber ordnet den typischen Weg zum Franchise-Partner in der Döner-Systemgastronomie ein – neutral und unabhängig von einem einzelnen Anbieter.

Inhaltsverzeichnis

Kurz beantwortet: Wer Franchise-Partner eines Döner-Systems werden will, durchläuft in der Regel denselben Grundablauf wie bei anderen Franchise-Konzepten: Information und Erstkontakt, ein persönliches Gespräch, die vorvertragliche Aufklärung durch den Franchisegeber, den Vertragsabschluss sowie Schulung und Eröffnung. Ein eigenes Franchisegesetz gibt es in Deutschland nicht – der Ablauf richtet sich nach den allgemeinen Grundsätzen des Franchisings und dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Was ist Franchising? Die Grundlagen kurz erklärt

Franchising ist ein vertikal-kooperativ organisiertes Absatzsystem rechtlich selbstständiger Unternehmen: Der Franchisegeber überlässt dem Franchisenehmer gegen Gebühr ein erprobtes Geschäftskonzept, seine Marke und sein Know-how. Diese Einordnung orientiert sich an der Definition des Deutschen Franchiseverbands (DFV), der zentralen Branchenorganisation in Deutschland.

Wichtig zu wissen: Ein eigenständiges Franchisegesetz existiert in Deutschland nicht. Es gibt also kein verpflichtendes Offenlegungsdokument wie das US-amerikanische Franchise Disclosure Document. Stattdessen gelten die allgemeinen Regeln des Bürgerlichen Gesetzbuchs, ergänzt um Rechtsprechung und einen freiwilligen Ethikkodex der Branche.

Ein seriöses Franchisesystem setzt in der Regel voraus, dass das Konzept zuvor in einem eigenen Pilotbetrieb erfolgreich getestet wurde. Das ist allerdings eine Empfehlung des DFV-Ethikkodex und kein gesetzliches Erfordernis.

Der typische Ablauf: von der Bewerbung bis zur Eröffnung

Auch wenn sich einzelne Döner-Franchise-Systeme im Detail unterscheiden, folgt der Weg zum Franchise-Partner meist demselben Grundmuster. Diese Schritte finden sich bei praktisch jedem seriösen Franchisesystem wieder – nicht nur in der Döner-Gastronomie.

Information und Erstkontakt

Am Anfang steht die Recherche: Interessierte informieren sich über verschiedene Systeme, etwa über Franchiseportale, Fachmessen oder direkt auf der Website des Anbieters. Der Erstkontakt erfolgt meist formlos über ein Online-Formular, auf das der Franchisegeber zurückmeldet.

Persönliches Gespräch und Standortprüfung

Im nächsten Schritt folgt ein persönliches Gespräch, in dem Eignung, Ziele, ein möglicher Standort und der grobe Investitionsrahmen besprochen werden. Parallel dazu wird ein passender Standort geprüft und die Finanzierung – Eigenkapital plus eventuelle Fremdfinanzierung – geklärt.

Vorvertragliche Aufklärung

Vor der Vertragsunterschrift muss der Franchisegeber nach deutschem Recht wahrheitsgemäß und vollständig über entscheidungsrelevante Umstände informieren, etwa zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zu den Vertragsbedingungen. Diese Pflicht ergibt sich aus den allgemeinen Grundsätzen von Treu und Glauben (§§ 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 BGB), nicht aus einem eigenen Franchisegesetz. Verletzt der Franchisegeber diese Pflicht, kann der Franchisenehmer den Vertrag unter Umständen wegen arglistiger Täuschung anfechten oder Schadensersatz verlangen – das Ergebnis hängt dabei immer vom Einzelfall ab.

Vertragsabschluss

Ist die Prüfung auf beiden Seiten abgeschlossen, folgt die Vertragsunterzeichnung. Ein Franchisevertrag läuft in der Regel über mehrere Jahre und gilt rechtlich als eigener Vertragstyp, ein sogenannter „Vertrag sui generis“. Er ist grundsätzlich frei verhandelbar, wird in der Praxis aber meist vom Franchisegeber vorformuliert – eine unabhängige rechtliche Prüfung vor der Unterschrift ist deshalb empfehlenswert.

Schulung, Aufbau und Eröffnung

Nach Vertragsabschluss folgen die Einrichtung des Standorts sowie Schulungen zu Betrieb, Hygiene, Produktion und Marketing. Mit der Eröffnung startet der laufende Betrieb, meist begleitet durch operative Unterstützung und Marketinghilfe seitens des Franchisegebers.

Bestehende Döner-Franchise-Standorte als Orientierung

Rechtliche Grundlagen: Was ein Franchisevertrag regeln muss

Weil es in Deutschland kein spezielles Franchisegesetz gibt, füllt der Franchisevertrag selbst die rechtliche Lücke. Typischerweise regelt er unter anderem das Vertragsgebiet beziehungsweise einen möglichen Gebietsschutz, Eintritts- und laufende Gebühren, verbindliche Betriebsstandards, Schulungspflichten, die Nutzung von Markenrechten sowie die Vertragslaufzeit, die häufig mehrere Jahre umfasst.

Auch nachvertragliche Wettbewerbsverbote sind üblich – rechtlich wirksam sind sie aber nur, wenn sie zeitlich begrenzt sind und gegebenenfalls mit einer Karenzentschädigung einhergehen. Der Deutsche Franchiseverband hat sich in einer Stellungnahme selbst gegen ein eigenes Spezialgesetz ausgesprochen und verweist stattdessen auf die bestehenden BGB-Regelungen sowie eigene Verbandsrichtlinien.

Woran du ein seriöses Franchisesystem erkennst

Weil es keine staatliche Zulassung für Franchisesysteme gibt, liegt die Prüfung der Seriosität in erster Linie bei dir als Interessentin oder Interessent. Diese Anhaltspunkte helfen bei der Einordnung:

  • DFV-Mitgliedschaft prüfen: Der Deutsche Franchiseverband vergibt ein Qualitätssiegel an geprüfte Vollmitglieder. Das ist eine private Verbandsprüfung, keine staatliche Zulassung – Nichtmitgliedschaft ist deshalb kein automatischer Seriositätsmangel, eine Mitgliedschaft aber ein zusätzliches Prüfsignal.
  • Pilotbetrieb hinterfragen: Wurde das Konzept bereits erfolgreich in einem eigenen Testbetrieb erprobt, bevor es an Franchisenehmer vergeben wurde?
  • Mehrere Systeme vergleichen: Persönliche Gespräche mit mehreren Anbietern helfen, Unterschiede in Konzept, Unterstützung und Konditionen einzuordnen.
  • Juristische Beratung einholen: Vor der Vertragsunterschrift lohnt sich eine unabhängige rechtliche Prüfung, idealerweise durch auf Franchiserecht spezialisierte Beratung.
  • Hospitation bei aktiven Franchisenehmern: Ein Praxiseinblick bei bestehenden Partnerinnen und Partnern zeigt den Alltag im System oft realistischer als jede Verkaufspräsentation.

Der deutsche Franchisemarkt in Zahlen

Wie groß die Franchisewirtschaft in Deutschland insgesamt ist, zeigt die Statistik des Deutschen Franchiseverbands für 2024:

  • rund 890 Franchisesysteme
  • etwa 148.577 Franchisepartner
  • über 829.700 Beschäftigte
  • ein Branchenumsatz von 149,2 Milliarden Euro

Gastronomie und Freizeit gehören mit einem Anteil von rund einem Fünftel zu den größten Franchise-Sektoren in Deutschland – Döner-Konzepte sind Teil davon. Diese Zahlen stammen aus einer Verbandserhebung des DFV und sind keine amtliche Statistik.

Häufige Missverständnisse rund um Franchise-Partnerschaften

  • „Franchise-Partner werden ist ein rein formaler Akt.“ Tatsächlich handelt es sich um einen mehrstufigen Prozess mit Prüfung, Finanzierungsklärung und einer rechtlich bedeutsamen Aufklärungsphase.
  • „Der Franchisegeber garantiert Rentabilität.“ Franchisenehmer sind selbstständige Unternehmer und tragen das unternehmerische Risiko selbst – eine Rentabilitätsgarantie gibt es grundsätzlich nicht.
  • „DFV-Mitgliedschaft bedeutet staatliche Zulassung.“ Das DFV-Qualitätssiegel ist eine private Verbandsprüfung, keine behördliche Zulassung.
  • „Franchisenehmer haben in der vorvertraglichen Phase keine eigenen Pflichten.“ Tatsächlich bestehen wechselseitige Aufklärungspflichten – auch der Franchisenehmer muss bestimmte Umstände offenlegen.

Franchise-Partner bei Döner-Systemen wie Haus des Döners

Der hier beschriebene Ablauf gilt branchenübergreifend – auch bei Döner-Systemen läuft der Weg zum Franchise-Partner grundsätzlich über dieselben Schritte: Information, persönliches Gespräch, vorvertragliche Aufklärung, Vertragsabschluss, Schulung und Eröffnung. Haus des Döners ist ein Beispiel für ein solches System: Die Marke ist seit 2019 als Franchise-System aktiv und mittlerweile mit mehr als 180 Filialen vertreten.

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Häufig gestellte Fragen zum Franchise-Einstieg

Wie läuft der Bewerbungsprozess bei einem Döner-Franchise grundsätzlich ab?

Meist beginnt es mit einer Online-Anfrage beim Franchisegeber, gefolgt von einem persönlichen Gespräch zu Eignung, Standort und Finanzierung. Danach folgen die vorvertragliche Aufklärung, der Vertragsabschluss, Schulungen und schließlich die Eröffnung der eigenen Filiale.

Welche Voraussetzungen muss ich als Franchise-Interessent mitbringen?

Konkrete Voraussetzungen legt jedes Franchisesystem individuell fest, etwa zu Eigenkapital, Standort oder persönlicher Eignung. Allgemein gilt: Franchisenehmer sind selbstständige Unternehmer und können ihre Rechtsform meist frei wählen, sofern das jeweilige System nichts anderes vorschreibt.

Was ist die vorvertragliche Aufklärungspflicht und warum ist sie wichtig?

Sie verpflichtet den Franchisegeber, dich vor Vertragsschluss wahrheitsgemäß und vollständig über entscheidungsrelevante Umstände zu informieren, etwa zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Diese Pflicht ergibt sich aus dem BGB (§§ 311, 241), da es kein eigenes Franchisegesetz gibt.

Woran erkenne ich ein seriöses Franchisesystem?

Anhaltspunkte sind unter anderem eine DFV-Mitgliedschaft beziehungsweise das DFV-Qualitätssiegel, ein bereits erfolgreich getesteter Pilotbetrieb, transparente persönliche Gespräche und die Möglichkeit, bei aktiven Franchisenehmern zu hospitieren.

Übernimmt der Franchisegeber ein Rentabilitätsrisiko?

Nein. Franchisenehmer sind rechtlich selbstständige Unternehmer und tragen das unternehmerische Risiko selbst. Eine Rentabilitätsgarantie gibt der Franchisegeber grundsätzlich nicht.

Gibt es in Deutschland ein spezielles Franchisegesetz?

Nein. Franchising ist in Deutschland nicht eigenständig gesetzlich geregelt. Es gelten die allgemeinen Regeln des BGB, ergänzt um Rechtsprechung und einen freiwilligen Ethikkodex der Branche.

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Julius M.
Julius M.
“Ich war heute zum ersten Mal da und bin absolut begeistert! Der Döner war unglaublich lecker - saftiges Fleisch, frische Zutaten und eine perfekte Balance von Gewürzen. ”
Elias C.
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Shila K.
Shila K.
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Alexander D.
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